Dieter Althaus

37308 Heilbad Heiligenstadt

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Betreuungsgeld

150 Euro Betreuungsgeld schafft echte Wahlfreiheit

Interview: Ministerpr√§sident Dieter Althaus hat als Erg√§nzung zum geplanten Krippenausbau die Einf√ľhrung eines "Betreuungsgeldes" in H√∂he von 150 Euro im Monat f√ľr Kinder unter drei Jahren gefordert. Die Zeitung "Die Welt" sprach mit Althaus √ľber seine Forderung

Herr Ministerpr√§sident, bis 2013 soll das Angebot an Betreuungspl√§tzen f√ľr unter Dreij√§hrige auf 750 000 aufgestockt werden. Brauchen wir √ľberhaupt so viele Krippenpl√§tze?

Dieter Althaus: Bevor diese Pl√§ne umgesetzt werden, muss gesichert sein, dass der Bedarf entsprechend gro√ü ist. Wenn f√ľr jedes dritte Kind ein Platz vorhanden sein soll, scheint aber eine Gr√∂√üenordnung von etwa 700 000 realistisch zu sein. Derzeit haben wir rund 300 000 Krippenpl√§tze in Deutschland. In den neuen L√§ndern und in einigen gro√üen St√§dten im Westen ist der Bedarf weitgehend gedeckt. In anderen Kommunen gibt es aber noch erheblichen Nachholbedarf, der durch Neuaufbau gedeckt werden muss. Das ist sicher vor allem ein Problem der alten L√§nder.

Sollte sich der Bund an der Finanzierung beteiligen?

Althaus: Nach der Föderalismusreform liegt die alleinige Zuständigkeit bei den Ländern und Kommunen. Und dort ist man sich einig, dass das Betreuungsangebot verbessert werden muss. Falls sich der Bund aber beteiligt, darf er nicht die Länder, die schon heute ein ausreichendes Angebot haben, also in Vorleistung gegangen sind, benachteiligen.

Wof√ľr brauchen denn Kommunen, die ausreichend Krippenpl√§tze haben, das Geld?

Althaus: Es gibt st√§ndig den Bedarf, Kindertagesst√§tten zu sanieren. Die Finanzierung ist mit dem Neubau nicht abgeschlossen. Wenn sich der Bund beteiligen will, muss man einen geeigneten Finanzierungsweg finden. Eltern m√ľssen die volle Wahlfreiheit haben, ob sie ihr Kind in den ersten drei Jahren in eine Krippe geben wollen oder selbst betreuen. Deshalb brauchen wir ein ausreichendes Betreuungsangebot. Zentrale Aufgabe des Bundes ist es, die Eltern finanziell zu unterst√ľtzen. Wir sollten dahin kommen, dass wir den Familien ein Betreuungsgeld vom ersten bis zum dritten Lebensjahr zur Verf√ľgung stellen.

Wer sein Kind selbst betreut, k√∂nnte das Geld behalten, die anderen w√ľrden damit die Kita bezahlen - schafft man damit nicht einen neuen Anreiz f√ľr die M√ľtter, zu Hause zu bleiben?

Althaus: Die Entscheidung, ob ein Kind zu Hause oder in der Kita betreut wird, ist Sache der Eltern, da muss sich der Staat raushalten...

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